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Mati Klarwein war mein bester Freund |
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Mati Klarwein 9.4.1932 - 7.3.2002 Foto: Raymond Martin |
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und obwohl wir uns erst 16 Jahre kannten und nur alle zwei, drei Jahre gegenseitig besuchten.
Doch für mich war er einfach der beste Mann, den ich weltweit kannte. Als Maler und Schriftsteller ein Genie,
dessen Name nicht umsonst in einem Atemzug mit Salvador Dali und Andy Warhol genannt wird. Als Mensch
ein Engel, charmant und humorvoll, intelligent und sensibel.
Mati war nie Chauvinist oder Egoist, er hatte keinerlei Eigenschaften, die einen erfolgreichen
Geschäftsmann unserer Zeit auszeichnen würden. Vielleicht wurde er deswegen Zeit seines Lebens nie reich wie
sein Studienfreund Ernst Fuchs, nicht einmal wohlhabend. Ihm wird der Weg durch das Nadelöhr zum Paradies sehr leicht fallen.
Ich verbrachte mehrere Male eine Woche in seinem alten Haus auf einem Hügel über Deya, Mallorca, und schlief
sogar einmal in seinem Studio neben Staffelei und Farben. Obwohl ich selbst auf einem Bauernhof im
mittelfränkischen Wald wohne, waren die Besuche bei Mati immer eine Reise zurück in die Vergangenheit.
Mati war ein Gentleman der alten Schule, ein Ehrenmann aber gleichzeitig ein gewitzter Scharlatan. Sein
Lebensstil, seine Liebe zur Natur und Einfachheit standen oft im krassen Gegensatz zu dem was seine
"Klienten" verkörperten: Reiche und Superreiche aus aller Herren Länder, die sich für 30.000.- Dollar
Portraits von Ihren Töchtern leisten können.
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Foto: Raymond Martin |
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Zusammensein mit Mati hieß permanenter Austausch. Er war immer offen und mitfühlend
aber schnell gelangweilt, wenn jemand "nichts zu sagen hat". Die langen Abende auf der Veranda mit Blick
auf das Meer waren gefüllt mit den Philosophien und Erinnerungen aus der Zeit mit Warhol und Dali,
Brigitte Bardot und Timothy Leary. In den 60ern, 70ern und 80ern gab es wohl kaum einen Prominenten, mit
dem Mati nichts zu tun hatte. Legendär sind seine 1,50 $ Plastik-Sandalen, die er bei einem Essen mit
Frau Heinz und Frau Rothschild im teuersten Restaurant von New York trug. Oder die Geschichte von der Frau von
General Franko, die ihn in seinem Atelier in Deya besuchte und er gab ihr die Hand zur Begrüßung
erst halb rasiert mit Schaum auf der anderen Hälfte. Immer wieder ging die Zeitreise durch andere unglaubliche Abenteuer.
Raymond Martin
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Die Presse zu Mati Klarweins Tod |
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Ausgabe 11 / 2002 |
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Mati Klarwein, 70. "Mein Lieblingsmaler", so pries in Andy Warhol, und
in den High- und Hippie Sixties, als Surrealismus plus LSD das "psychodelische" Paradies
verhießen, war Klarwein, per Pinsel, der King of Pop: er malte Schallplattencover für die
führenden Bands, das Gemälde "Die Verkündung" für "Abraxas",
Platte der Rockgruppe
Santana, machte ihn weltberühmt. Jimi Hendrix und der LSD Papst Timothy Leary zählten zu
seinen Freunden. Brigitte Bardot wie Jacky Kennedy hat er portätiert. Klarwein wurde in
Hamburg geboren, emigrierte mit seinen jüdischen Eltern nach Palästina, lebte seit den
fünfziger Jahren in Saint Tropez und in den USA und zog sich schließlich, unermüdlich
malend, 1985 nach Mallorca zurück. Mati Klarwein starb am 7. März 2002 auf der Baleareninsel. |
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9./10. März 2002 |
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Der Maler der Hippie-Kultur - Mati Klarwein starb auf Mallorca Der Maler Mati Klarwein, ein Vertreter der Hippie-Generation und der
Gegenkultur der 7Oerjahre, ist tot. Der aus Hamburg stammende Künstler erlag im Alter
von 70 Jahren auf Mallorca einer längeren Krankheit.
Klarweins Arbeiten zieren die Hüllen von Schallplatten bekannter Popmusiker wie Carlos Santana
und Gregg Allman. Sein Gemälde "Verkündung", abgebildet auf dem Cover der
Santana-Platte "Abraxas", ist so berühmt wie der musikalische Inhalt. Die meisten Popstars
lernte der Weltbürger Klarwein, der freiwillig auf jede Staatsangehörigkeit verzichtet
hatte, persönlich kennen.
"Ich galt als ein Repräsentant dieser Gegenbewegung", sagte Klarwein einmal,
"deshalb zählte ich nie zum Kunst-Establishment."
Viele Prominente schätzten den Künstler als Porträtisten. Klarwein malte
Jackie Kennedy, Brigitte Bardot, Michael Douglas oder Charles Aznavour. Der Popkünstler
Andy Warhol nannte ihn seinen "Lieblingsmaler". Die Werke des Künstlers zeichnen sich
durch einen surrealistischen und psychodelischen Stil aus und geben häufig erotische und religiöse
Motive wieder.
Klarweins jüdische Eltern waren 1934 vor dem Nazi-Regime nach Palästina geflohen;
er lebte später in Frankreich, in den USA und zuletzt auf Mallorca. (dpa)
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Freitag, 08. März 2002 |
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Surrealist Mati Klarwein gestorben
Madrid (AP) Der surrealistische Maler Mati Klarwein ist tot. Der Künstler, der mit seinen Plattencovers
für Musiker wie Santana, Miles Davis, Jerry Garcia oder Earth Wind and Fire Berühmtheit
erlangte, starb Behördenangaben zufolge am Mittwoch in Deya auf Mallorca. Er wurde 70 Jahre alt.
Klarwein, der in Hamburg geboren wurde und in Israel aufwuchs, entdeckte sein Interesse für
Jazz und Surrealismus Ende der 40er Jahre, als er in Paris Kunst studierte. In den 70er Jahren war sein New
Yorker Atelier dann unter anderem Anziehungspunkt für Musikgrößen wie Jimi Hendrix oder
Miles Davis.
Als Markenzeichen Klarweins gelten magische Szenen mit in dunklen Farben gehaltenen erotischen
Symbolen, die oft afrikanischen Motiven entlehnt sind. Zu seinen berühmtesten Werken
zählt das Gemälde "Die Verkündigung", das der Gitarrist Santana für sein Cover
des Albums "Abraxas" auswählte.
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